Unser Punktesystem
Es ist wohl unumstritten, dass Weinbewertung niemals völlig frei von subjektiven Eindrücken sein kann. Ob Robert Parker, Hugh Johnson, Michael Broadbent oder Robert Naser alle haben Ihre Präferenzen in Sachen Wein. Sicher ist aber, dass bei FineLiquids.de nichts über die Verkostung selbst im Unklaren bleibt, wir dégustieren nicht hinter verschlossenen Türen sondern vor der Kamera. Wertungen unter 60 Punkten werden bei uns nicht mehr angegeben …ohne Wertung.
Die Weine werden unmittelbar vor der Aufnahme der Video Dégustationen geöffnet. Das ist der einzige Vorgang, der aus Zeitgründen nicht zu sehen ist. Dekantiert wird grundsätzlich nicht, auch wenn manche Weine sicherlich von einer Belüftung profitieren könnten. Sinn dieses Vorgehens ist die Simulation des Regelfalles beim Endverbraucher. Die meisten Weinfreunde belüften nicht und erwarten trotzdem, dass der Wein sofort nach dem Öffnen präsent ist und zeigen kann was in ihm steckt.
Das vereinfachte Bewertungssystem: Um den Nutzen für den Besucher unserer Seite zu verbessern werden künftig anstatt der Punkte nur noch drei Empfehlungen, Top – Hop – Flop. Diese Kategorien stehen für den tatsächlichen Trinkgenuß:
Top als absolute Empfehlung, Weine die auch den skeptischsten Weinnasen Spaß machen.
Hop, von ex und hopp, für Weine die man durchaus trinken kann aber nicht muss.
Flop für Wein den wirklich niemand braucht, absolut kein Trinkspaß, also am besten gar nicht kaufen.
Die nachfolgende Punkte-Tabelle behält natürlich ihre Gültigkeit, allerdings werden die Punkte nur noch auf der Seite “Alle Verkostungsnotizen” angegeben.
|
Bewertung
|
|
20 Punkte System
|
100 Punkte System RN Punkte |
|
fehlerhaft
|
Der Wein hat mindestens einen schwerwiegenden Fehler, eine nicht akzeptable Qualität, kein Trinkgenuss.
|
< 10
|
50 – 59
|
|
schwach
|
Weine mit akzeptablen Defiziten, wie übermäßiger Säure oder Gerbstoff, kein definierter Geschmack oder latent mangelhaften Aromen, wenig Trinkgenuss.
|
< 12
|
60 – 69
|
|
ordentlich
|
Ein einfacher aber sauberer Wein, der solide Vinifikation erkennen lässt, mit harmonischem Gesamteindruck, durchschnittlicher Trinkgenuss.
|
< 14
|
70 – 79
|
|
gut
|
Ein Wein mit erkennbarer Finesse und eindringlicher Aromatik, Charaktervoll und harmonisch, erfreulicher Trinkgenuss deutlich über dem Durchschnitt.
|
< 16
|
80 – 89
|
|
groß
|
Weine von außergewöhnlicher Komplexität und von herausragendem Charakter, ein einprägsames Weinerlebnis, eben großer Trinkgenuss.
|
< 20
|
90 – 94
|
|
grandios
|
Ein herausragender Wein von perfektem Charakter in allen Bewertungskriterien, ein Musterbeispiel für Sorte und Herkunftsgebiet, der Trinkgenuss überhaupt.
|
20
|
95 – 100 |










Etwas verwundert bin ich schon darüber, dass es akzeptable Fehler bei einen Wein gibt, der sicher eine amtliche Prüfnummer hat und dadurch fehlerfrei laut Weingesetz sein muss. Bei fehlerhaften Weinen gibt es eigentlich keine Diskussion über eine Bewertung sondern nur eine Ablehnung mit Begründung des Fehlers.
mfg Franz Schneider
Hallo Herr Schneider,
was Fehler im Wein ist und was nicht, ist wohl eine der ältesten Diskussionen.
Sicher ist, dass es bei eben den von mir als “akzeptable Fehler” bezeichneten Erscheinungen bei Wein doch sehr unterschiedliche Ansichten gibt.
Lesen Sie doch hierzu mal was die Herren von Wein-Plus dazu meinen.
http://www.wein-plus.de/glossar/Wein-Fehler.htm
In jedem Fall danke ich Ihnen für Ihre Meinung.
Beste Grüße,
Robert Naser
Hallo Herr Naser,
sobald ein Geruch oder Geschmack in einem Wein als Fehler bezeichnet wird, ist der Wein als fehlerhaft abzulehnen und eine Bewertung somit hinfällig. Andernfalls wäre der wahrgenommene Geruch oder Geschmack nicht als Fehler zu titulieren.
In ihrer Beschreibung eines akzeptablen Fehlers, z.B. erhöhte Säure, fehlt die Grenze, ab der der Säurewert fehlerhaft wird. Für sie und mich kann die Grenze, ab der die Säure als unangenehm empfunden wird, sicher variieren. Im Weingesetz finden sich analytische Grenzwerte, die den Rahmen vorgeben. Innerhalb dieser Werte ist der Wein vielleicht unangenehm, aber sicher nicht fehlerhaft.
hg Franz Schneider
Hallo Herr Schneider,
ich habe die Formulierung geändert. So sollte nun klar zu verstehen sein, was bereits vorher gemeint war.
Grüße,
Robert Naser
robert ich will ein kind von dir…
Hallo Wolfram,
vielen Dank für Deinen Kommentar. Hab’ da so meine Zweifel ob das klappen kann mit uns. Ansonsten geb’ ich Dir eins ab, so bald ich und meine Frau genügend haben…
Grüße,
Robert
Hallo Robert,
Glückwunsch zu deiner Verkostungsseite! Ich finde es gut, dass du Garys geniales Konzept ins Deutsche übertragen hast und es nunmehr auch Video-Weinverkostungen mit deutschem Hintergrund gibt. Du trägst damit engagiert zur Kakophonie der Weinbewertungen im Internet bei, und ich liebe das!
Weniger gut finde ich aber, dass du auch zur Kakophonie der Punkteschemata beiträgst. Du übernimmst zwar das 100-Punkte-System von Robert Parker (oder warum verteilst du sonst Punkte aus seiner Bandbreite?), nicht aber seine Bewertungsmaßstäbe. Bei Parker bedeuten etwa 82 Punkte “Nichts für mich, aber wer´s mag…”, bei Gary bedeuten 82 Punkte “O Gott, hoffentlich kostet das Zeugs nicht mehr als fünf Dollar…”, beim deutschen Gault Millau sind 82 Punkte ein anständiger Zechwein. Zwischen diesen Rastern gibt es bei allen graduellen Unterschieden zumindest eine ungefähre Vergleichbarkeit. Bei dir gibt es für 82 Punkte aber ein Riesling-Weinerlebnis. Und das passt so richtig gar nicht! Damit verwirrst du mit deinen Punkten mehr als du aufklärst.
Wenn du schon – in meinen Augen völlig überflüssigerweise – das Rad neu erfinden willst, dann gib ihm bitte auch einen neuen Namen. Also 50-Punkte-System, Alphabet, Sternchen mit Hagelkörnern oder was auch immer. Wenn du aber das 100-Punkte-System verwendest, dann halte dich bitte zumindest in Ungefähr an Parkers Maßstäbe. Danke!
Viele Grüße
Stefan
Hallo Stefan,
vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich freue mich, dass Dir die Verkostungen gefallen.
Mit der Punkte Bewertung hast Du aber nur teilweise recht. Es ist sicher richtig, dass die Punkte viele Weinfreunde mehr verwirren, als dass sie ein echter Anhaltspunkt in Sachen Weinbewertung sind.
Nicht richtig ist, dass ein Wein der bei Parker 82 Punkte bekommt nichts taugt. Wie man auf Parkers Seite lesen kann sind zum Beispiel 82 Punkte:
“80 – 89:
A barely above average to very good wine displaying various degrees of finesse and flavor as well as character with no noticeable flaws.” – also im Prinzip das selbe wie bei uns.
Aber mit dem Unterschied, dass meiner Ansicht nach dieser Wein schon efreulich aus der drögen Masse der am Markt befindlichen Weine hervorsticht, während Parker wohl immernoch nach dem perfekten 100-Punkter sucht.
Dass Robert Parker selbst nie einen solchen Wein trinken würde halte ich für Unsinn. Zur leichten Vorspeise harmoniert eben kein kraftvoller 90 Punkte Wein mit aussergewöhnlicher Komplexität.
Ich Überlege weiterhin die Bewertung lediglich auf Empfehlungen zu Beschränken. Also nur noch “top” oder “flop”. Da weiss der Zuschauer dann gleich was Sache ist.
Grüße,
Robert
Respekt Herr Naser, wie freundlich und trotzdem nicht kriecherisch sie mit schwierigen Fragestellern umgehen. Besonders mit diesem wolfram. An ihnen ist ein Aussenminister verlorengegangen. Aber zu der letzten Frage des Herrn Lauterbach kann ich nur sagen, dass es gut ist, wenn Fachleute die Fantastereien des Parker Teams in ihrer eigenen Währung in Frage stellen, da sie leider in Parker’s moralischer Anfangseinstellung der gerechten Bewertung schiffbruch erlitten zu haben scheinen. Obwohl Parker selbst seinen Einstellungen treu zu sein scheint (man siehe tiefe Ratings in eigentlichen Top-Jahrgängen der Region von Rotshild, Moieux, Mondavi). Jedoch scheinen hohe Ratings in Regionen, wo Parker nicht persönlich ratet, z.B. Spanien, irgendwie beeinflussbar zu sein. Ich weiss es ja nicht, aber irgendwas scheint hin und wieder wirklich faul zu sein. Die Ursache der zeitweiligen seltsamen Bewertungen könnte aber auch an einem völlig unbeteiligtem Grund liegen, denn es ist ja auch von aufgemotzten Testflaschen offiziell, und wie ich meine bewiesenerweise die Rede, zumindest in Frankreich. Es geht halt um viel Geld. Und ein gutes Rating bedeutet bares Geld auf dem internationalen Markt. Wer aber falsch ratet, wird auch sein Renommee verlieren, oder daran stark einbüssen. Gesegnet ist, wer den kurzfristigen Verlockungen wiederstehen kann, und eine grössere Perspektive hat. Soviel vom Sandmännchen. Gute Nacht.